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Trennung wegen zu wenig Sex

Was steckt dahinter? Ist das der wirkliche Grund? 3 überraschende Hinweise

Paartherapie & Beziehung

Trennung wegen zu wenig Sex –
was steckt wirklich dahinter?

Zu wenig Sex in der Ehe. Für viele Paare ist das ein Thema, über das sie kaum reden, obwohl es sie täglich beschäftigt.

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Manchmal schleicht es sich langsam ein. Man ist müde, gestresst, die Kinder fordern alles. Irgendwann schläft man einfach nebeneinander ein. Und irgendwann fragt man sich, wann das eigentlich aufgehört hat.

Aber ist zu wenig Sex wirklich der Grund, warum Beziehungen zerbrechen? Oder ist es eher das, was dahintersteckt?

Hideyakis Geschichte

Hideyaki sitzt mir gegenüber in der Beratung. 45 Jahre alt, verheiratet seit 15 Jahren. Zwei Teenager, ein Haus, ein Hund, zwei Autos in der Garage.

Von außen: alles in Ordnung.

Von innen: seit Monaten eine Affäre.

Er erzählt mir, dass es mit dem Sex zuhause nie wirklich gut lief. Die Kinder sind natürlich entstanden, aber sonst, sagt er, sei da nicht viel gewesen.

Also hat er sich den Sex woanders geholt. Bei einer Frau, die in der gleichen Stadt wohnt. Kurze Fahrtzeiten, sagt er. Zumindest außerhalb der Verkehrsspitzen.

Annika, seine Frau, hat gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Hat nachgeforscht. Und irgendwann ist die Sache aufgeflogen.

Jetzt will Annika die Trennung. Wegen der Affäre und wegen dem, was davor kam. Zu wenig Sex, zu wenig Nähe, zu wenig von ihm.

Hideyaki will das nicht. Er liebt seine Frau, sagt er. Wirklich. Er will nicht, dass dieses gemeinsam aufgebaute Leben auseinanderfällt.

Paartherapeutin Beziehungswerkstatt Albatros Bremen

Warum er trotzdem fremdgegangen ist

Ich frage ihn, wie er sich fühlt, wenn er ins Auto steigt und zur Affäre fährt.

Sein Gesicht verändert sich. Er spricht von freudiger Erwartung. Von der Vorfreude auf einen Abend zu zweit. Kerzenschein, Abendessen. Er kauft Blumen, trägt ein teures Parfüm, bügelt die Hose.

Wenn er an ihrer Tür klingelt, ist er ein anderer Mensch. Frisur sitzt. Hemd frisch. Duft, der ihn ankündigt, bevor er überhaupt den Raum betritt.

Und ja, kein Problem mit der Erektion.

Zuhause? Anders. Zuhause kommt er müde rein. Manchmal mit dem Geruch eines langen Arbeitstags. Die Romantik bleibt im Auto. Oder wird gar nicht erst eingepackt. Und dann fragt er sich, warum der Sex mit seiner Frau nicht funktioniert.

Welche Chance hat die Intimität mit Annika, wenn du für sie nicht das mitbringst, was du für eine andere Frau selbstverständlich aufwendest?

Er schweigt eine Weile.

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Was Annika in dieser Zeit erlebt hat

Annika hat mir ihre Seite erzählt. Und die klingt ganz anders.

Sie beschreibt, wie sie abends neben Hideyaki auf dem Sofa saß und das Gefühl hatte, allein zu sein. Nicht einsam auf eine dramatische Art. Eher so ein stilles, gleichmäßiges Allein-Sein, das sich über die Jahre eingeschlichen hatte.

Sie hat versucht, Nähe herzustellen. Hat Abendessen gekocht, hat ihn gefragt, wie sein Tag war. Hat manchmal seine Hand genommen.

Und gespürt, dass da keine Verbindung mehr war. Dass er zwar körperlich anwesend war, aber innerlich schon woanders.

Was sie nicht wusste: Er war innerlich tatsächlich woanders.

Als sie es herausfand, war das Schlimmste für sie nicht die körperliche Untreue. Das Schlimmste war die Erkenntnis, dass er für eine andere Frau der Mann war, den sie sich gewünscht hatte. Aufmerksam. Präsent. Charmant. Bemüht. Für sie hatte er das irgendwann aufgehört zu sein.

Das ist der Schmerz, der sich hinter dem Wunsch nach einer Trennung wegen zu wenig Sex oft verbirgt. Nicht die fehlenden Sexualakte. Sondern das Gefühl: Du willst mich nicht mehr so, wie du mich einmal wolltest.

Zu wenig Sex? Oder zu wenig Einsatz?

Das ist der Punkt, an dem viele Gespräche über zu wenig Sex in der Ehe hängen bleiben.

Es geht selten wirklich nur um Sex. Es geht darum, wer wir für den anderen sein wollen, und wer wir aufgehört haben zu sein.

Hideyaki hat der Affäre Romantik geschenkt, Aufmerksamkeit, Vorfreude. Er hat sich Mühe gegeben. Das hat ihn erregt. Das hat funktioniert. Annika hat er das alles nicht mehr gegeben. Nicht weil er es nicht könnte. Sondern weil er irgendwann aufgehört hat.

Das ist bitter. Aber es ist auch eine wichtige Erkenntnis. Denn sie bedeutet: Es ist nicht seine Frau das Problem. Es ist nicht fehlende Lust. Es ist ein Muster, das sich eingeschlichen hat, und das sich verändern lässt.

Eine Anmerkung zur Selbstwahrnehmung

Die Paartherapeutin Esther Perel beschreibt etwas, das ich in der Praxis immer wieder beobachte: Was wir anderen erzählen, auch einem Therapeuten, wird gefiltert durch unsere eigene Sichtweise. Durch das, was wir uns selbst gegenüber zugeben können.

Hideyaki ist überzeugt, dass zu wenig Sex der Grund für die Affäre war. Das ist seine Geschichte. Und sie ist nicht falsch. Aber sie ist auch nicht vollständig.

Wir brauchen eine Rechtfertigung für das, was wir tun. Besonders für Dinge, die wir tief im Inneren selbst nicht gutheißen. Das ist menschlich. Und es macht eine echte Aufarbeitung so schwer, weil wir oft selbst nicht wissen, was uns wirklich angetrieben hat.

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Orientierung

Was tun, wenn zu wenig Sex zur Belastung wird?

Wenn das Thema Sex in eurer Beziehung zum Dauerthema geworden ist oder zum Dauerschweigen, dann lohnt es sich, ein paar Fragen ehrlich zu stellen. Nicht als Vorwurf. Sondern als Orientierung.

01

Wann hat es aufgehört?

Zu wenig Sex in einer Ehe entsteht selten über Nacht. Meistens gibt es einen Zeitpunkt, ab dem sich etwas verändert hat. Ein Lebensabschnitt, ein Konflikt, ein Rückzug. Diesen Punkt zu benennen ist oft der erste hilfreiche Schritt, weil er zeigt, dass es einen Anfang gab. Und damit auch die Möglichkeit einer Veränderung.

02

Reden wir über Sex – oder nur drumherum?

Viele Paare reden über die Symptome: „Du willst nie." „Du nimmst dir keine Zeit." „Es fühlt sich mechanisch an." Aber kaum jemand sagt, was er sich wirklich wünscht. Was ihn erregt. Was ihm fehlt. Diese Gespräche sind unangenehm, und gleichzeitig oft der einzige Weg raus aus dem Muster.

03

Ist Sex das eigentliche Problem? Oder das sichtbarste?

Zu wenig Sex in der Ehe ist häufig ein Symptom. Dahinter steckt oft emotionale Distanz, aufgestaute Konflikte, das Gefühl, nicht mehr wirklich gesehen zu werden. Wer nur am Symptom arbeitet, dreht sich im Kreis.

04

Brauchen wir Unterstützung von außen?

Das ist keine Niederlage. Eine Paarberatung oder auch einzelne Gespräche mit einer Fachperson kann helfen, Muster zu erkennen, die man von innen nicht sieht. Gerade dann, wenn Gespräche zuhause immer wieder im Streit enden oder gar nicht erst stattfinden.

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„Was passiert hier wirklich? Es lohnt sich, genauer hinzuschauen."
Beziehungswerkstatt Albatros

Wo stehst du gerade?

Wenn du gerade in einer Situation bist, in der du dich fragst: Liegt es wirklich am Sex? Oder ist da noch etwas anderes?

Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Nicht mit Vorwürfen. Nicht mit Schuldgefühlen. Sondern mit einer ehrlichen Frage: Was passiert hier wirklich?

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Es ist nicht fehlende Lust. Es ist ein Muster, das sich eingeschlichen hat. Und das sich verändern lässt.
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Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Thema zu wenig Sex in der Beziehung

Ist zu wenig Sex ein Trennungsgrund?

Ja, für viele Menschen ist er das. Aber meistens ist zu wenig Sex weniger der eigentliche Grund als das sichtbarste Zeichen eines tieferliegenden Problems. Emotionale Distanz, aufgestaute Konflikte oder das Gefühl, nicht mehr wirklich gesehen zu werden, äußern sich häufig zuerst im Schlafzimmer. Wer nur den Mangel an Sex adressiert, ohne zu verstehen, was dahintersteckt, wird selten dauerhaft etwas verändern.

Was tun, wenn nur einer von beiden mehr Sex will?

Das ist eine der häufigsten Konstellationen in der Paarberatung, und eine der schmerzhaftesten. Derjenige, der mehr möchte, fühlt sich abgelehnt. Derjenige, der weniger möchte, fühlt sich unter Druck gesetzt. Beide ziehen sich zurück. Der erste Schritt ist kein neues Intimtätsprogramm, sondern ein ehrliches Gespräch darüber, was jeder braucht, und was im Moment im Weg steht.

Kann eine Beziehung ohne Sex funktionieren?

Das hängt davon ab, was beide Partner wollen und vereinbaren. Manche Paare leben in einer tiefen, stabilen Verbindung, in der körperliche Intimität eine kleinere Rolle spielt, und das ist für beide in Ordnung. Problematisch wird es, wenn einer der Partner diese Situation akzeptiert, obwohl er sich innerlich etwas anderes wünscht. Dann wächst mit der Zeit eine stille Frustration, die irgendwann irgendwo rauskommt.

Wann ist professionelle Hilfe sinnvoll?

Wenn Gespräche über das Thema zuhause immer wieder im Streit enden. Oder gar nicht erst stattfinden. Wenn das Gefühl da ist, dass man sich im Kreis dreht. Oder wenn einer der Partner bereits begonnen hat, Nähe außerhalb der Beziehung zu suchen. Eine Paarberatung ist kein letzter Ausweg, sondern oft ein früherer Eingriff, der viel verhindern kann.

Ist es normal, dass Sex in einer langen Beziehung weniger wird?

Ja, die Häufigkeit verändert sich in den meisten Langzeitbeziehungen. Das ist normal und kein Zeichen, dass etwas falsch läuft. Entscheidend ist nicht die Häufigkeit, sondern ob beide damit zufrieden sind und ob die Verbindung, die Sex ausdrückt, noch auf andere Weise spürbar ist.

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Paartherapie Bremen

Barbara Schmidt, M.A. – Paartherapeutin

Ich bin Barbara. Wenn ihr abends nebeneinander sitzt und eigentlich nichts zu sagen habt – oder wenn du allein nicht weiterweißt, ob du bleiben oder gehen sollst – dann meld dich gern. Ich begleite Paare und Einzelpersonen online oder in meiner Praxis in Bremen.

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